1. Enterprise2.0 vs. Web2.0
In unserer modernen Gesellschaft gibt es neben dem von vielen kritisierten Egodenken, einen weiteren Schwerpunkt, der das Interesse der breiten Masse auf sich zieht, die Webauftritte unserer Mitmenschen. Hierbei handelt es sich keinesfalls nur um die Websites einzelner Programmierwütiger, sondern um die mit dem Web 2.0 aufgekommenen Möglichkeiten der Webpräsenz für jedermann, auch ohne eigene Website/Domain. So kann ein jeder sich mit den einfachsten Mitteln in Social Networks präsentieren oder sein Tagebuch mittels der in dieser Arbeit thematisierten Weblogs im Internet schreiben und veröffentlichen.
Der Begriff des Web 2.0 wurde 2004 auf einer Fachkonferenz durch den Verleger Tom O’Reilly geformt. O’Reilly, der bereits seit Anfang der 1990er durch die von seinem Verlag publizierten Werke im IT Bereich bekannt wurde, ist eine der Personen, die das Web 2.0 besonders prägten, nicht zuletzt durch seine Artikel „What is Web 2.0?“ im September 2005. Das Web 2.0 ist in seinem Aufbau keine komplett neue Erfindung, viele der jetzt aktuellen Möglichkeiten gab es bereits zuvor, diese wurden jedoch nicht entsprechend genutzt. Im Vergleich zum ‚Web 1.0‘, das aus statischen Seiten und den Inhalten des Erstellers der Seite bestand, ist das Web 2.0 das mit-mach-Internet mit dynamischen Seitenstrukturen. Diese ermöglichen es jedem Nutzer ohne großen Aufwand seinen Beitrag zur Website zu leisten, so kann jede Webpräsenz zu einer Plattform verschiedensten Wissens oder Meinungen werden. So erreichen diese Möglichkeiten eine Vielzahl von neuen Nutzern, vor allem außerhalb der früheren Kernzielgruppe. Dies geschieht nicht zu letzt durch einige der bekanntesten Web 2.0 Präsenzen wie Wikipedia, You Tube, StudiVZ, Flickr und Lokalisten und vor allem durch den Googlekonzern, der über viele dieser Methodiken verfügt.
Doch wie passt nun der Begriff des Enterprise 2.0 in diesen Kontext? Durch den bereits beschriebenen Trend der Informationsteilung erfreut sich diese Abwandlung des Web 2.0 immer grösserer Beliebtheit im Unternehmensumfeld. Die Techniken und Leitsätze des Web 2.0 werden zum Zweck der Vernetzung von Mitarbeitern und Teams innerhalb eines Unternehmens angewendet um so eine Steigerung der Produktivität und des Zusammenhalts über die Grenzen von Büros, Türen und Standorten hinaus zu ermöglichen. Den Mitarbeitern eines Unternehmens wird mit dem Enterprise 2.0 eine neuartige Ausdrucks- und Kommunikationsplattform geboten, die nicht nur den „persönlichen“ Kontakt über das Internet, sondern auch die Durchführung von Projekten und Workflows einer Unternehmensstruktur beschleunigt, strukturiert und in vielen Fällen überhaupt erst Möglich macht.
Die größte Problemstellung im Rahmen des Enterprise 2.0 bietet jedoch die Hemmschwelle der potentiellen Anwender. Im Gegensatz zu den „Usern“ des Web 2.0, die sich auf vollkommen freiwilliger Basis und aus eigenem Antrieb mit den Innovationen und Möglichkeiten des Internets als Kommunikationskanal befassen, sind die meisten Anwender einer Enterprise 2.0-Anwendung neu auf dem Gebiet und im schlimmsten Fall auch nicht besonders offen neuen Lösungen gegenüber. An erster Stelle bei der Planung und Entwicklung solcher Lösungen sollte also die Anwenderfreundlichkeit und die intuitive Bedienbarkeit, sowie ein vereinfachter und logisch ein erschliessbarer Aufbau stehen. In der folgenden Projektarbeit muss und wird dieser Vorsatz demnach immer im Vordergrund stehen.